Brokerage – typische Depot-Strategien
Die Entscheidung nach Ausgewogenheit
Anleger sind gut beraten, wenn sie auf Ausgewogenheit, also auf die richtige Vermögensverteilung (sog. Diversifikation) in ihrem Depot achten und auf ihre persönlichen Anlageziele hinarbeiten. Bei der Risikostreuung bildet die Verteilung der Investition über verschiedene Werte die Basis. Zwar relativiert diese Diversifikation die Gewinne von sich gut entwickelnden Werten, andererseits gilt dies auch für Werte, die unerwartet stark im Wert sinken. Außerdem sollte die eigene Lebenssituation einbezogen werden mitsamt der zeitlichen Dimension sowie der entsprechenden Festlegung der individuellen Anlageziele. Langfristige Geldanlagen eignen sich nur für diejenigen, die ihr Geld auch im Ernstfall entbehren können. Ein Depot kann hingegen auch kurzfristig verfügbar aufgebaut werden, bspw. mit Geldmarktfonds.
Anlagetypisierung
Je nach Erfahrung und Wissen um verschiedene Anlageformen und je nach Risikobereitschaft kann man 3 Arten von Anlagetypen unterscheiden: konservative, wachstumsorientierte und spekulative Anleger. Konservative Anleger sollten hauptsächlich ihr Depot in Geld-, Renten- und Immobilienfonds (75 %) sowie geringfügig in Aktienfonds und internationale Standardwerte (25 %) investieren. Bei Wachstumsorientierten liegt der Anteil bei Aktienfonds bei 50 %, der Anteil bei Geldmarkt-, Renten- und Immobilienfonds bei ebenfalls 50 %. So können die zyklischen Phasen der Aktienmärkte stärker genutzt werden. Risikofreudige Anleger hingegen investieren 80 % ihres Vermögens-Depot in Aktienfonds und die verbleibenden 20 % in diverse Fondsarten. Wer sich daran hält, kommt entsprechend sicher auch durch die immer wieder vorkommenden Börsenturbulenzen. Wer sich hingegen nur schwer entscheiden kann, sollte in Investmentfonds investieren. Diese Anlagegattung bietet für jeden Anleger etwas. Die renditestärkste Form ist und bleiben Aktien bzw. Aktienfonds – hier trägt der Anleger auch das höchste Verlustrisiko.
Empfehlungen der Bank nicht blind vertrauen
Augen auf heißt es hingegen bei der Bankenberatung. Denn sie verkaufen dem Kunden oftmals das, was gerade viel Vertriebsprovision abwirft. Nur in wenigen Fällen wird durch den Kundenberater das Depot analysiert, noch kümmert man sich um die wichtige Frage, wie viel Aktien, Renten bzw. Fondsanteile das jeweilige Produkt eigentlich enthält. Nicht umsonst beweisen langjährige Studien, dass Anleger, die in Eigenregie agieren, weitaus besser abschneiden als Anleger, die durch Banken oder Finanzvertriebe beraten wurden. Besser als der Markt zu sein schafft keiner. Daher sollte man sein Augenmerk nicht auf einen einzelnen Markt oder Titel werfen, denn diese Strategie bringt meist nur starke Verlustrisiken mit sich. Wer in Einzeltitel investiert, muss jedem Tipp und jeder Meldung hinterher jagen. Wer hingegen diversifiziert (verteilt), erwirtschaftet im immerwährenden Zyklus von Hausse und Baisse gute Gewinne.
Realistisch bleiben und Risiken absichern
Wer nur wenige Mittel zur Hand hat, setzt auf EFTs (Exchange Traded Funds). Dieses sind auch Aktienfonds, die jedoch aufgrund des passiven Managements mit enormen Kostenvorteilen für den Anleger verbunden sind. Entsprechend werden bei diesem Anlagesegment auch die Risiken verteilt – ein nicht zu unterschätzender Vorteil, gerade bei Einzelinvestments. Wer hingegen auf eine einzelne Aktie setzt, ist vor Verlustfallen nicht gefeit wenn sich ein Unternehmen nicht so entwickelt wie geplant. Aktien kauft man deshalb nicht aus dem Bauch heraus, sondern mit einer konkreten Depot-Anlagestrategie. Auch dürfen Anleger nicht in die Versuchung kommen, sich immer nur Gewinne auszumalen. Weitaus wichtiger sind die entsprechenden Absicherungsmaßnahmen, die man setzen kann, wenn zum Beispiel eine Aktie nicht in die gewünschte Richtung läuft (sog. Stopp-/Loss-Sicherung).
Aktien folgen der Unternehmensentwicklung
Wer allein auf Aktien setzt, sollte darauf achten, dass diese nur langfristig steigen können, wenn entsprechend auch die Gewinne des jeweiligen Unternehmens steigen. Anleger, die lediglich auf Wachstumsphantasie setzen, erleiden mit Sicherheit Verluste. Daher sollte nicht in Aktien von Unternehmen investiert werden, die sich bereits in einem gesättigten Markt bewegen. Nur Gewinnsteigerungen der Unternehmen bilden den Treibstoff an der Börse, entsprechend folgt der Aktienkurs auch stets der Gewinnentwicklung.
Verluste treffen Anleger überproportional
Ein Punkt darf nicht außer Acht gelassen werden: Verluste reduzieren das investierte Kapital und treffen Anleger überproportional hart. Denn wenn eine Aktie erst einmal 50 Prozent an Wert verliert, benötigt der Anleger ganze 200 Prozent Gewinn, um diesen Verlust auszugleichen. Bei 80% Verlust des Depot erhöht sich dies schon auf 400% Gewinn zum Ausgleich. Der Schlüssel zu einem erfolgreichen Börsenkonto ist somit kein Zufall, sondern eiserne Strategie, Risikomanagement und Kenntnis des Marktes.
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