Geld anlegen – Tipps

(th) Geldanlage ist Einstellungssache. Jeder einzelne Anleger hat hierbei seine eigenen finanziellen Motive, seine Risikomentalität sowie ganz bestimmte Ziele für eine individuelle Vermögensplanung. Für jeden gibt es spezielle Geldanlageformen, die sich entsprechend nach Bank- und Finanzprodukten sowie nach Sachwerten unterteilen.

Bankprodukte

Geht es um , beginnt die Palette bei Tagesgeld- und Festgeldkonten und geht über „moderne Sparbücher“ hin zu verschiedenen Formen von Sparverträgen. Für extrem konservativ eingestellte Anleger gibt es Bundeswertpapiere, Bundesanleihen, Schatzanweisungen sowie Bundesobligationen, die bei mittlerer Laufzeit ein sicheres Investment darstellen. Erstere können zudem ohne Ausgabeaufschläge und Depotkosten (sog. kostenloses Schuldbuchkonto) verwahrt werden. Das Problem: Diese Produkte werden häufig erst gar nicht angeboten, da die Banken und Vermittler hieran nichts verdienen.

Finanzprodukte

Etwas risikobereiteren Anlegern sind Investments in variable oder festverzinsliche Anlagen, sog. Anleihen zu empfehlen. Hierfür erhalten Anleger einen höheren Zins als bei den vorher genannten Banksparangeboten. Im Gegenzug trägt der Anleger neben dem Bonitäts- auch das Zinsänderungsrisiko. Der Erwerb von Anleihen oder anleiheähnlichen Finanzprodukten sollten daher nur Anleger eingehen, die etwas von dieser Anlage verstehen. Wer auf noch mehr Risiko setzt, findet seinen fließenden Übergang in Zertifikaten und anderen (Schuldverschreibungen). Auf Grund des seit August 2009 geltenden Schuldverschreibungsgesetzes ist die Anlage in diese Investments deutlich einfacher geworden. 

Investments in Finanzprodukte sollten dennoch wohl überlegt sein, denn auch hier gilt wie bei Versicherungen: Eine private Haftpflichtversicherung kann selbstverständlich über das Internet abgeschlossen werden, eine private Kranken- oder Rentenversicherung bedarf für die meisten einer gründlichen Beratung mit einer anschließenden Abwägung. Nicht zu vergessen: Bei den meisten Finanzgeschäften fallen hohe Abschlussprovisionen an, die entsprechend mit eingerechnet werden müssen. Anleger können sich auch nicht allein durch einen Direktabschluss im Internet verlassen. Hier fallen zwar keine Provisionen an, dennoch muss dieses Produkt nicht unbedingt günstiger sein. Denn vielfach haben Direktvertriebe mit hohen Werbeaufwendungen enorme Kosten zu decken, so dass ein provisionsabhängiger Vertrieb sehr wohl günstiger ausfallen kann.

Sachwerte

Neben der monetären Kapitalanlage spielt auch immer mehr die Anlage in eine große Rolle. Zu den Sachwerten zählt neben den bekannten Immobilien auch die Anlage in Gold, in Diamanten oder in Kunstwerke. Indirekt spielen bei diesem Investments die offenen Immobilienfonds bzw. ein ETF auf Goldminenwerte eine Rolle. Die Nummer eins bilden auch heute noch das selbst genutzte Wohneigentum sowie ein Immobilienerwerb aus einer Zwangsversteigerung. Da Sachwerte in den meisten Fällen nicht zu 100 Prozent aus vorhandenem Eigenkapital bezahlt werden können, handelt es sich hierbei nicht um eine reine Vermögensanlage. Vielmehr wird zusätzlich mit Fremdkapital finanziert.

Vorsorgesparen

Als Mischung zu Bank- und Finanzinnovationen gehört heute u. a. auch das Vorsorgesparen mit Versicherungen. Man benötigt dieses Investment als Risikoabsicherung. Hieraus lässt sich die Vielfalt der Produkte erörtern, bei dem jeder Vorsorgesparer seine eigene Risikoabsicherung (d.h. Zielsetzung) hat. Neben der Rentenversicherung finden sich Produkte wie Riester-Rente, Rürup-Rente, Kapitallebensversicherung und Fondssparplan. Auch in diesem Bereich sollten Anleger entsprechend viele Informationen einholen, denn es gibt nicht nur Zulagen oder Steuervergünstigungen. Insgesamt bedeutet dieses Investment eine Langzeitanlage, die sehr komplex auf die persönliche Situation zugeschnitten sein sollte. Hände weg heißt es in fast allen Fällen vor sog. „Finanzwetten“. Hierunter fallen Turbo-Optionsscheine oder Kursdifferenzgeschäfte bzw. Warentermingeschäfte. Diese Investments zählen wegen der hohen Verlustquote nicht zu den Geldanlagen.

 

Man erkennt daran sehr schnell: Die Bandbreite der Geldanlage ist sehr weit, entsprechend groß sollte daher auch der Grundstock des persönlichen Finanzwissens sein. Denn eine maximale Rendite, eine optimale Sicherheit und eine jederzeitige Verfügbarkeit des eingesetzten Geldes kann Ihnen das beste Investment nicht bieten. Steuerliche Aspekte sollten insgesamt kein Kriterium bei der Geldanlage sein, da ein Steuervorteil zu keiner Erhöhung der Nettorendite führt. Rentabilität hingegen bedeutet immer Nettorendite. Daher sollte aus Unkenntnis und Leichtgläubigkeit heraus kein Investment erfolgen - zu groß ist die Gefahr, sein Kapital falsch anzulegen bzw. einen Komplettverlust einzufahren. Und: Ein jegliches Angebot, das den aufgeführten Grundregeln nicht entspricht – und ist es auch noch so attraktiv – sollte stets zwei- oder dreimal überdacht werden. Bleiben Sie stets kritisch und fallen Sie nicht auf schillernde Hochglanzprospekte bzw. angeblichen Langzeiterfolgen in der Vergangenheit herein.

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