Günstige Kredite – was beeinflusst den Zinssatz der Finanzierung?

(dk) Kredite werden sowohl an Privatpersonen als auch an Unternehmen vergeben, Sonderformen des Kredits stellen Kredite von Versand- und Autohäusern dar. Am häufigsten wird der Dispositionskredit gewählt, dieser wird den Kunden auf dem Girokonto bereitgestellt. Spezielle Kreditarten stellen Hypothekendarlehen bspw. zur Immobilienfinanzierung sowie Avalkredite bzw. KfW-Darlehen dar. Das erhaltene Kapital muss dabei in allen Fällen zurückgezahlt werden, Zinsen sind hingegen keine Voraussetzung für einen Kredit, denn es gibt auch zinslose Darlehen. Variabel gestaltet werden hingegen die Kreditlaufzeit, die Zinshöhe, die Ratenhöhe sowie der Kreditbetrag. Rechtlich gesehen ist ein Kredit ein Geldverleih, bei dem Kreditnehmer und Kreditgeber jeweils bestimmte Rechte und Pflichten besitzen. Hierzu gehört ein Kreditvertrag, der zwar nicht zwingend, jedoch aus Beweisgründen schriftlich geschlossen werden sollte.

Kredite werden durch viele Faktoren beeinflusst

Die Höhe eines Kredits wird dabei im Wesentlichen durch die Höhe des Leitzinses beeinflusst. Dies ist der Zins, zu dem die Zentralbank den Kreditinstituten gegenüber Geld leiht (sog. EURIBOR-Zins). Je nach der Höhe des Zinses, den die Kreditinstitute auf das geliehene Geld zahlen müssen, verteuert sich entsprechend auch der Kredit für den Verbraucher. Denn die Kreditgeber berechnen hierfür einen gewissen Anteil der Kreditsumme als ihre Provision, die sie mit dem Risiko des Kapitalverleihens begründen. Je höher also das Risiko des Geldverleihens, umso höher wird der Gewinnanteil durch den Kreditgeber ausfallen.

Laufzeit und Bonität (SCHUFA)

Dabei gilt nicht nur der Grundsatz: Je länger die Laufzeit eines Kredits, desto teurer ist er. Wichtig in diesem Zusammenhang ist auch die Prüfung der Bonität durch die Bank. Je geringer die Zahlkraft des Kunden, desto schlechter wird es, einen Kredit zu bekommen. Denn hinzu kommt noch eine Abfrage bei der Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung (SCHUFA). Je nach Kredithöhe erfolgt auch noch die Prüfung vorhandener Sicherheiten (bspw. Immobilienbesitz). Daran anschließend erfolgt die Festlegung aller relevanten Kreditmodalitäten (veranschlagte Kreditsumme, Kreditlaufzeit, die Höhe der Zinsen). Die Höhe der monatlichen Zinsen bemisst sich sowohl nach den Sicherheiten, die der Kunde bei Kreditabschluss dem Kreditinstitut vorlegen konnte, als auch nach der Höhe und Laufzeit des Kredites.

Der Kredit wird mit steigender Laufzeit deshalb teurer, weil der Kreditgeber zum einen längere Zeit auf dieses Geld verzichten muss, andererseits steigt auch das zusätzliche Risiko einer Zahlungsunfähigkeit durch den Kunden. Für diese Risiken lässt sich der Kreditgeber entsprechend entschädigen. Die Laufzeiten für einen Privatkredit variieren in der Regel zwischen 12 und 120 Monate. Um die Zinsansprüche des Kreditgebers gering zu halten, empfiehlt sich ferner der Abschluss einer Restschuldversicherung. Diese Absicherung bewahrt den Kreditnehmer für den Fall einer länger anhaltenden Arbeitslosigkeit, bei Erwerbslosigkeit  vor einer Zahlungsunfähigkeit.

Kredite ohne Schufa sind mit Vorsicht zu genießen

Kredite ohne Bonität werden in Deutschland aufgrund der Eigenkapitalrichtlinien nach Basel II nicht vergeben. Früher oblag es weitgehend der persönlichen Einschätzung durch den Kundenberater, heute ist jedes Kreditinstitut dazu verpflichtet, nach einem standardisierten Verfahren die Bonität des Antragstellers zu prüfen (sog. Scoring bzw. Rating). Bonitätsprüfungen haben daher stichtagsbezogen zu erfolgen und bewerten die zukünftige Zahlungsfähigkeit eines Kreditantragstellers. Je höher die geschätzte Ausfallwahrscheinlichkeit, den gewährten Kredit nicht zurückzahlen zu können, desto höher ist die Gefahr, dass ein Kredit abgelehnt wird.

In jedem Fall werden dem Kunden mit schlechterer Bonität entsprechend schlechtere Konditionen angeboten. So kann es durchaus vorkommen, dass ein Kreditinstitut einem Kunden mit guter Bonität einen Kredit zu einem Zinssatz von 4,1 Prozent gewährt, während ein Antragsteller mit entsprechend schlechterer Bonität hierfür 10,9 Prozent zahlen müsste. Bei der Prüfung der vorgesehenen Sicherheiten (Grundschulden, Sicherungsübereignung) kommt es auf die Werthaltigkeit der Besicherung an (bspw. auf den zu erwartenden Wiederverkaufswert). Dieser wird wiederum beeinflusst durch die Art der Sicherheit, die Höhe der nutzungsbedingten Wertminderung sowie durch die Marktgängigkeit.

Neue Besicherungsklassen

Bei der Feststellung der Werthaltigkeit der Besicherung wird der Antragsteller bzw. ein Unternehmen in vier Besicherungsklassen eingeteilt. Auf Grund der Kombination Bonität und Besicherungsklasse wird durch das Kreditinstitut eine kundenindividuelle Kredit-Preisklasse festgesetzt, der sich entsprechend im (Angebots-)Zinssatz widerspiegelt.

Wer also sorgsam seine Finanzen plant und keine übermäßigen Schulden aufnimmt, dem wird dies mit günstigen Krediten belohnt.

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