Wechsel in die private Krankenversicherung (PKV) – nicht nur für Beamte

(dk) Angesichts der hohen Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung stellt ein Wechsel in die Private Krankenversicherung in vielen Fällen eine hohe Ersparnis dar. Da in der Privaten Krankenversicherung die Beiträge unabhängig vom Einkommen berechnet werden, kommt es bei der Gesamtbelastung oftmals zu deutlichen Beitragssenkungen. Neben der Gesundheitsreform, die die Beiträge der Versicherten zur gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) immer höher ansteigen lässt, sollte auch innerhalb der Privaten Krankenversicherung (PKV) der Anreiz erhöht werden, an einen eventuellen Wechsel zu denken.

Krankenversicherung – Wechsel aus der gesetzlichen in die private

Eine Voraussetzung für eine private Krankenversicherung ist das Jahreseinkommen, das mindestens 43.200 Euro betragen muss, damit überhaupt die Variante der PKV gewählt werden kann. In allen anderen Fällen verlangt der Gesetzgeber zwingend die Mitgliedschaft der Arbeitnehmer in der Gesetzlichen Krankenversicherung. Eine Ausnahme sind Beamte, die von der Sozialversicherungspflicht ausgenommen sind, sowie Studenten ab dem 30. Lebensjahr.

Wer sich für die PKV entscheidet, sollte sich nicht nur seiner Vorteile, sondern auch aller Nachteile und Risiken bewusst sein. Junge Menschen sind hiervon nur bedingt betroffen, mit zunehmendem Alter steigen jedoch die Beiträge in der PKV deutlich an. Hinzu kommt eine sog. Altersrückstellung, die gemeinsam mit dem monatlichen Versicherungsbeitrag entrichtet werden muss. Diese Rückstellung dient dazu, weitere Anstiege der Prämien im Alter abzumildern. Versicherte, die relativ spät in die PKV einsteigen, werden nicht unbedingt in diesen Genuss kommen, da einfach nicht ausreichend Beiträge in die Rückstellung bezahlt werden konnten.

Eine Frage des Anspruchs

Versicherte mit Kindern oder diejenigen, die Kinder zu einem späteren Zeitpunkt wünschen, müssen folgendes wissen: Sind die minderjährigen Kinder in der gesetzlichen Krankenversicherung noch voll bei den Eltern mitversichert, müssen in der PKV für jedes einzelne Kind Beiträge entrichtet werden. Hier ist rechnen angesagt, denn ein einmal privat Versicherter kann nicht mehr einfach zurück in die GKV wechseln. Eine medizinische Grundversorgung ist hingegen für alle gesichert – denn seit dem 1.1.2009 gibt es den sog. Basistarif. Dieser ist vergleichbar mit dem der gesetzlichen Versicherung. Eintrittsberechtigt in diesen Tarif sind Versicherte, die das 55. Lebensjahr vollendet haben. Zudem spielt es auch keine Rolle, ob bereits Vorerkrankungen vorliegen. Insgesamt muss allen Interessenten, egal ob PKV oder GKV, klar sein, dass auch dann Versicherungsbeiträge entrichtet werden müssen, wenn jemand das Rentenalter erreicht hat. Ein eventueller Wechsel kann daher nur im Einzelfall entschieden werden.

Wer sich für die Private Krankenversicherung entscheidet, muss wissen, dass sich die Höhe der Beiträge u.a. nach dem Krankheitsrisiko des Versicherten und seinem Beruf richtet. Wer viel verdient und nur wenig krank ist, für den rentiert sich die PKV in jedem Fall. Hier sind entsprechend auch die Beiträge in der PKV deutlich niedriger als in der GKV. Dennoch erhält der Versicherte mehr Leistungen (Pflaster, Hustenmedikamente, keine Zuzahlungen etc.). Wichtig sind auch die Allgemeinen Geschäftsbedingungen, die dem PKV-Vertrag zugrunde gelegt werden. Hierbei muss darauf geachtet werden, welche Leistungen im Einzelfall im Versicherungsumfang einbezogen werden. Die Leistungen der PKV müssen auf die eigenen Ansprüche entsprechend zugeschnitten sein.

Nicht zu unterschätzen: Der Gesundheitszustand

Wer Mitglied in einer PKV werden will, muss zahlreiche Gesundheitsangaben wahrheitsgemäß beantworten, da der Versicherte ansonsten mit schwerwiegenden Konsequenzen rechnen muss. Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie psychischen Erkrankungen (Depression, Suchterkrankung etc.) finden so gut wie gar keinen Schutz in der PKV, sie werden bereits im Vorfeld abgelehnt. Wer dennoch Zutritt findet, muss mit hohen Risikozuschlägen rechnen. Interessenten unter 40 Jahren mit einem guten Gesundheitszustand können im Gegensatz zur GKV in der PKV bis zu 2.000 Euro jährlich sparen. Wer in der PKV über einen Zeitraum von 12 Jahren überhaupt nicht zum Arzt musste, wird zudem mit Rückerstattungen belohnt. Teilweise sind mehrere Monatsbeiträge Ersparnis möglich.

Fazit

Insgesamt kann festgehalten werden: Die PKV lohnt sich vorwiegend für angestellte und selbständige Singles, für kinderlose Doppelverdiener-Ehepaare, für Beamte mit staatlicher Beihilfe (abhängig von der Zahl der mit zu versichernden Personen), für Familien mit nur einem Kind und für allein versicherte Studenten ab 30 Jahren bzw. ab dem 15. Semester (sofern das Studium bis zum 34. Lebensjahr abgeschlossen wird). Sie lohnt sich jedoch nicht für Familien ab zwei Kindern und nur einem Verdiener. Weiter zu beachten: Junge Frauen die in einer Privaten Krankenkasse versichert sind, die heiraten und Kinder bekommen, können nicht beitragsfrei in die gesetzliche Kasse des Ehemannes wechseln! Es gibt somit keine kostenlose Familienversicherung!

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